Serialisierung

Serialisierung ermöglicht es, Objekte mehr oder weniger vollständig und verlustfrei zu speichern oder über das Netzwerk zu übertragen. So etwas konnte man schon immer machen, aber früher musste man die Objekte „von Hand“ serialisieren, also jeweils die Funktionalität schreiben, die das leistet. Auch wenn es damals noch nicht Objekte waren.

Java hatte dann plötzlich so eine Serialisierung für (fast) alle Objekte an Bord und man mußte nur noch ObjectOutputStream und ObjectInputStream verwenden und konnte alle seine Objekte speichern und wieder zurücklesen. Sogar Referenzen, die mehrmals dasselbe Objekt referenzierten, wurden richtig behandelt. Neu war die Idee wohl nicht wirklich, andere Programmiersprachen konnten das schon viel früher, aber das hat kaum jemand gemerkt.

Dass dann doch eine gewisse Ernüchterung aufkam, soll hier nicht verschwiegen werden:

  • Die Markierung mit dem Serializiable-Interface ist konzeptionell eine schlechte Lösung, weil sie annimmt, dass abgeleitete Klassen autoamtisch auch serialisierbar sind, was nicht stimmt. Besser wäre ein Unserializable-Interface gewesen. Oder heute eine Annotation..
  • Mit dieser SerialVersionUID hat man eine Menge Ärger. Soll man sie immer nachführen, wenn sich das Interface ändert? Oder lieber den automatischen Mechanismen vertrauen? So oder so bleibt das Problem der inkompatiblen Versionen, das nicht wirklich gut gelöst und vielleicht auch nicht einfach lösbar ist.
  • Die Objektidentität geht bei der Serialisierung verloren. Man kann so leicht verschiedene Kopien von einem Objekt erzeugen. Das muss man bewusst behandeln.
  • Manchmal muss man doch manuellen Serialisierungs-Code schreiben, etwa für Singletons. Das vergisst man bei dem „alles automatisch“-Ansatz leicht, aber wenn man die Serialisierung selber schreibt, vergisst man auch, dass die schöne Copy-Paste-Orgie an genau dieser Stelle einmal eine Pause machen muss
  • Die eingebaute Serialisierung ist langsam
  • Es ist recht mühsam, aber durchaus möglich, ein Objekt in eine Byte-Sequenz zu serialisieren.
  • Das Format ist binär und nicht sehr gut lesbar. Schöner wäre es, wenn man den Serialisierungs-Mechanismus wählen könnte, z.B. JSON, XML, verschiedene Binärformate…

Es ist sicher gut, diese Serialisierung zur Verfügung zu haben und für viele Zwecke eignet sie sich auch halbwegs gut. Aber man sollte das ganze doch je nach Anwendungsfall kritisch hinterfragen und gegebenenfalls andere Ansätze in Betracht ziehen oder zumindest den Schwächen Rechnung tragen.

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*