Scala Exchange 2014

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Ich war am 8. und 9. Dezember 2014 auf der Konferenz Scala Exchange ( #scalaX ) in London.

Von mir besuchte Vorträge waren etwa folgende:

The Binary Compatibility Challenge

Martin Odersky

Es gibt Beispiele von allen vier Kombinationen von Sourcecode- und Binärkompatibilität.
Man wünscht sich von beidem mehr, Schwerpunkt heute aber Binärkompatibilität.
Konflikt für Scala: Innovation vs. Kompatibilität. Java hat den einen Extrempfad gewählt, Kompatibilität über alles, hat es aber auch leichter gehabt, weil Java die JVM mit „kontrolliert“. Clojure, Ruby, JRuby, Perl,… haben alle kein Problem mit Binärkompatibilität, weil sie in der Regel „just in time“ compiliert werden, also nur Quelltexte herumgereicht werden.
Reproduzierbare Builds sind in Scala schwierig, man denke alleine an die viele Build-Tools (ivy, gradle, maven, sbt,…)
Idee: nach etwa 10 der etwa 30 Schritte des Kompilierens den Baum des Programms in einem cleveren Binärformat speichern. Dieses Format ist ein bessere Kompromiss und von dort kann man leichter fertig-kompilieren.

REST on Akka: Connect to the world

Mathias Doenitz

Akka-http ist quasi Spray 2.0 oder Nachfolger für Spray.
Das sollte wegen der reactive Streams in Akka sein.
Verwende TCP-Flow-Control für „Backpressure“.

Bootstrapping the Scala.js Ecosystem

Haoyi Li

Scala wird nach Javascript statt JVM compiliert. Target ist eindeutig der Browser, weniger serverseitiges JS, wo man ja die JVM meist einsetzen kann.
Vorteil für Web-Applikationen: selbe Tag-Generierung, Validierung etc. auf Browser- und Serverseite. Eleganter als zwei Sprachen.
Einschränkungen: Libraries zu übertragen ist schwierig, da sie groß sind.
Keine Reflection auf scala.js verfügbar. Damit geht vieles nicht, aber es bleibt genug, was geht. Serialisierung eine Herausforderung, aber gelöst.
Testing riesige Herausforderung, gelöst halbwegs mit Teilmenge von scalatest.
Integer-Typen sind ein bisschen ein Gebastel, weil JS nur double kennt, was 53 bit entspricht. Long muss also mit zwei doubles nachgebildet werden.

Introduction to Lambda Calculus

Maciek Makowski

Sehr theoretischer Vortrag. Lambdacalculus wie Programmiersprache, Berechenbarkeitstheorie etc. Viele schöne Beweise möglich. Die theoretische Essenz der funktionalen Programmierung ist das. Stichworte: „Church Rosser Theorem“, „Programmierung mit Lambda-Kalkül“, „Zahlen als Lambda-Ausdrücke“ (church encoding), „y combinator“, „fixed point combinator“, „lambda cube“, „vierte Dimension für Subtypen“, ….
Sehr kleine Sprache, toll für Beweise, nicht für die Praxis brauchbar.

State of the Typelevel

Lars Hupel

Typelevel ist von Haskell inspiriert. Bibliotheken u.a. scalaz, shapeless, spire, scalaz-stream, monocle,….
Wir sollten anstreben, korrekte Programme zu schreiben und optimieren wenn nötig.
Die JVM-Integer-Typen sind nicht gut. Fließkommazahlen sind gut für numerische Mathematiker und in dem Bereich gebildete Wissenschaftler, die sich mit Fehlerfortpflanzung auskennen.
Natürlich behandeln wir Zahlen als Funktionen, z.B.
x=f(.) mit \bigwedge_{n \in \Bbb N: n>0} \frac{f(n)-1}{n} < x < \frac{f(n)+1}{n}
Gleichheit von Reelen Zahlen ist nicht in endlicher Zeit entscheidbar.
Was ist „Costate command coalgebra“? Monocle behandelt „lenses“ und ähnliche Dinge, die man aus Haskell kennt…
Gute binäre Serialisierungsformate sind in der JVM-Welt rar.
Wie geht man mit der Angst vor scalaZ und Monaden um?

Slick: Bringing Scala’s Powerful Features to Your Database Access

Rebecca Grenier

Slick ist eine Library, die SQL-Queries generiert und dann ausführt. Die konzeptionellen Schwächen von JPA werden geschickt umgangen.
Hat Treiber für die fünf großen DBs und einige kleinere. Aber für Oracle, DB2 und MS-SQL-Server nicht frei.
Innere und äußere Joins sind verfügbar und elegant zu schreiben. Slick kann mit dem Datenbank-Dictionary sogar Code generieren.

Upcoming in Slick 2.2

Jan Christopher Vogt

Monaden kommen auch hier vor. Zeit das endlich zu lernen. Ich werde einen Vortrag in der Ruby-on-Rails-Usergroup darüber halten, dann muss ich es lernen.
Monadische Sessions…
Sessions in Kombination mit Futures gibt lustige Albträume.
Wenigstens ist Slick theoretisch korrekt, im Gegensatz zu JPA.
Mehrere Statements kombinieren mit andThen oder for. Achtung, default verschiedene Sessions.
Threads sind teuer, Reactiveness ist wichtig. Futures und Threadpools, geht aber schief beim „blocking“.
JDBC kann nicht assynchron. Workaround oberhalb von JDBC scheint aber ausreichend zu sein und nur ein paar mehr Threads zu brauchen als die richtige Lösung, also verantwortbar.
Statisch gechecktes SQL?

No more Regular Expressions

Phil Wills

Ich mag Regex in Perl sehr. Warum also so etwas aufgeben?
Nun, man gibt es nicht wirklich auf, ändert nur die Schreibweise.
Die Schreibweise als String ist in Perl natürlich, in Scala ein Fremdkörper.
Daher typische programmatische Schreibweise angemessener, aber auch robuster bei Fehlern.
Verwende org-paraboiled2
Capture lieder positionell, tut aber viel weniger weh als bei klassischen regex.

Scala eXchange – Q&A Panel

Jon Pretty, Kingsley Davies, Lars Hupel, Martin Odersky, and Miles Sabin

Einige interessante Diskussionen…

Why Scala is Taking Over the Big Data World

Dean Wampler

Zitat (übersetzt): ‚“Hadoop“ ist das „EJB“ unserer Zeit.‘
MapReduce ist konzeptionell eigentlich schon funktionales Programmieren. Warum also Java und nicht Scala??
Stichwörter: „Scalding“, „Storm“, „Summing bird“, „Spark“.
Scala kann performanter als Python sein, das hier beliebt ist. Aber nicht überstürzt ablösen.

Case classes a la carte with shapeless, now!

Miles Sabin

Beispiel: Baum mit Rücklinks. Schwierig mit konsequenter Immutability. Shapeless hilft.

Reactive Programming with Algebra

André Van Delft

Algebra kann Spaß machen und nützlich für die Programmierung sein. Algebraische Interpretation eingeführt.
Webseite subscript-lang.org.
Algebra der kommunizierenden Prozesse. Sehr mächtig, auch für andere Gebiete anwendbar, etwa Betrieb von Bahnsystemen.
Jedes Programm, das Eingaben behandelt, ist auf eine Art ein Parser, also Ideen von yacc und bison interessant auch hier.

High Performance Linear Algebra in Scala

Sam Halliday

Lineare Algebra ist sehr gut gelöst, also sollte man das Rad nicht neu erfinden.
TL;D, Netflix und Breeze. Anwendungsbeispiel: Kalman Filter.
netlib hat Referenzimplementierung in Fortran. Wie bringt man das in die Scala-Welt?
Fortran mit C-Wrapper versehen, für JNI erreichbar. (cblas)
Fortran nach Java kompilieren. Ja.
Alternative Implementierung mit derselben Testsuite in C.
High-Performance geht nicht nur um Geschwindigkeit per se, sondern immer unter dem Aspekt der Korrektheit, Genauigkeit und Stabilität.
Hardware ist interessant: Die CPU-Hersteller reden mit dem netlib-Team.
Kann man GPU benutzen? Ja, aber Transfer der Daten schwierig.
FPGA? Vielleicht bald?
Oder sowas wie GPU, aber ohne echte Grafik und mit dem normalen RAM?

An invitation to functional programming

Rúnar Bjarnason

Referenzielle Transparenz, etwa die Kompatibilität mit dem Memoize-Pattern.
Pure Functions…
Parallelisierung
Verständlichkeit ist das ewige Versprechen. Warum wird es diesmal gehalten?
Funktionale Programmierung ist nicht gut für die „Schützengräben“ der reellen Aufgaben.
Aber gut, um aus den Schützengräben rauszukommen in vernünftigere Welten… So der Anspruch…

Building a Secure Distributed Social Web using Scala & Scala-JS

Henry Story

Spargl ist wie SQL für das „semantic web“.
Entwickelt mit Unterstützung von Oracle.
Wir können Relativität der Wahrheit haben, während wir die absolute Wahrheit aufrechterhalten. Der Vortrag war recht philosophisch.
Graphen können isomorph sein, aber verschieden hohes Vertrauen genießen, je nachdem, wo sie liegen.
Linked Data Protocol kommt ins Spiel
Wie verhindert man Spam und Missbrauch? WebID?
Hier geht es nicht um „Big Data“, sondern um massiv verteilte und parallele „small data“.

TableDiff – a library for showing the difference between the data in 2 tables

Sue Carter

Was ist für ein Diff die richtige Semantik?
Was will man sehen? Wie werden Zahlen und Zeichenketten in den Feldern verglichen?

Evolving Identifiers and Total Maps

Patrick Premont

Idee ganz kurz: eine Map, deren Get immer etwas zurückgibt. Durch geschickte Typ-Konzepte wird verhindert, dass ein Aufruf, der ins Leere greifen würde, überhaupt compiliert.
Interessante Idee, finde sie aber eher theoretisch nützlich.

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Ein Gedanke zu „Scala Exchange 2014

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