Microsoft SQL-Server ab 2017 auch für Linux

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Microsoft hat angekündigt, den MS-SQL-Server auch für Linux anzubieten.

Ja, die Zeit ist reif dafür. Es gibt genug Gründe, Vorbehalte gegen die Firmen Microsoft und Oracle zu haben, aber deren DB-Produkte sind gut und wenn es mehr Konkurrenz gibt, ist das auch gut. Ich denke, dass Oracle noch etwas besser ist, aber andererseits ist es nur ein sehr kleiner Teil der Projekte, bei denen es auf diesen Unterschied ankommt. Weiterhin stehen natürlich noch mit DB2, MariaDB und vor allem PostgreSQL noch interessante DB-Produkte zur Verfüng, auch unter Linux.

Links:
* Informatik Aktuell
* offizielle Ankündigung auf dem MS-Blog

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Tastaturbelegung mit xmodmap ändern (Linux/X11)

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Einleitung

Wenn ein Linuxsystem im grafischen Modus läuft, kann man die Tastaturbelegung mittels xmodmap ändern.
Jede Taste hat einen sogenannten „keycode“, den man leicht ermitteln kann, indem man sich die jetzige Belegung mittels
xmodmap -pke > current-keyboard
ausgeben lässt oder mit
xev
die Tasten ausprobiert. Ich benutze gerne eine deutsche Tastatur und tue das unabhängig davon, was auf den Tasten so aufgedruckt ist. In der Schweiz ist leider eine andere Belegung üblich, die minimale Abweichungen aufweist. Angeblich (inoffiziell) um die Schweizer Tastaturhersteller zu schützen, weil man vergass, dass asiatische Hersteller diese Hürde mühelos überspringen können. Ageblich (offiziell) um einen Kompromiss für die verschiedenen Sprachregionen der Schweiz zu schaffen und die Unterschiede minimal zu halten. Die Schweizer Tastatur ist aber unpraktisch, weil das „ß“ und die großen Umlaute fehlen.

Vorgegebene Einstellung als Basis

Nun kann man unter Linux eine Deutsche Tastatur mit „no dead keys“ wählen, was normalerweise sinnvoll ist. Oder sagen wir eine sinnvolle Ausgangsbasis. Ich finde es aber praktisch, diese noch etwas zu modifizieren. Einerseits können so mehr Sprachen unterstützt werden, wobei für mich die skandinavischen Sprachen, Spanisch, Russisch und Esperanto im Moment am interessantesten sind. Andererseits finde ich es praktisch, die Zeichen, die auf Tasten liegen, die bei manchen physikalischen Layouts fehlen, z.B. die drei Zeichen „<", "|", ">„, noch zusätzlich woanders hin zu legen, damit man sie auch dann noch hat. Drittens finde ich es schön, wenn man zwei Altgr-Tasten hat, weil viele wichtige Zeichen nur über Altgr erreichbar sind und sich besser greifen lassen, wenn es ein rechtes und linkes Altgr gibt.

Zeichen für Esperanto

Für Esperanto (Esperanto auf Esperanto erklärt) braucht man das übliche lateinische Alphabet mit 26 Buchstaben, wovon einige allerdings nicht verwendet werden, und die folgenden zusätzlichen Buchstaben:
ĉ Ĉ ĝ Ĝ ĵ Ĵ ĥ Ĥ ŝ Ŝ ŭ Ŭ
Leider hat man sich nicht an die in einigen slawischen Sprachen verwendeten zusätzliche Buchstaben
č Č ž Ž š Š
gehalten, aber solange man nicht außerdem slawische oder baltische Sprachen mit lateinischer Schrift parallel verwendet, ist das kein Problem.

Die sinnvollste Lösung scheint mir, die jeweiligen Zeichen auf Altgr-C, Altgr-G, Altgr-J, Altgr-H, Altgr-S und Altgr-U zu legen.

Das lässt sich recht einfach erreichen:
Man legt eine Datei
.xmodmap-ori
mittels

xmodmap -pke > .xmodmap-ori

an.
Und ein Skript $HOME/bin/orikb:

#!/bin/sh
xmodmap $HOME/.xmodmap-ori

Man legt danach eine Datei
.xmodmap-esperanto
an, in die man die folgenden Zeilen einträgt:

keycode 39 = s S s S scircumflex Scircumflex
keycode 42 = g G g G gcircumflex Gcircumflex
keycode 43 = h H h H hcircumflex Hcircumflex
keycode 44 = j J j J jcircumflex Jcircumflex
keycode 54 = c C c C ccircumflex Ccircumflex
keycode 30 = u U u U ubreve Ubreve

Und ein script in
$HOME/bin/eokb

#!/bin/sh
xmodmap $HOME/.xmodmap-esperanto

Natürlich chmod +x für die Skripte nicht vergessen… 🙂

Nun kann man mittels eokb die Esperanto-Zeichen auf die Tastatur bekommen und mittels orikb den Originalzustand wiederherstellen.

Andere sprachspezifische Sonderzeichen

Auf ähnliche Weise lassen sich natürlich auch andere Zeichen auf die Tastatur bringen. Ich habe z.B. noch
å und Å auf dem A,
ë und Ë auf dem E
ï und Ï auf dem I
ø und Ø auf dem O
æ und Æ auf dem Ä
ÿ und Ÿ auf dem Y
ñ und Ñ auf dem N
< auf dem , > auf dem .
| auf dem –

Damit lassen sich die skandinavischen Sprachen, Spanisch und Esperanto schreiben.
Manchen Tastaturen fehlt die Taste <>| links neben dem Y zugunsten einer größeren Shift-Taste. Deshalb habe ich mir <>| zusätzlich noch auf Altgr-, , Altgr-. und Altgr– gelegt.

Ausblick für weitere Artikel zum Thema

Für Russisch habe ich mir eine kyrillische Tastatur gekauft und benutze die Belegung wie sie aufgedruckt ist.

Generell stört es mich, dass man so häufige Zeichen wie []{}\ nicht so gut erreichen kann und so habe ich jeweils Altgr rechts und links verfügbar gemacht…

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Microsoft entlässt bis zu 18000 Mitarbeiter nach Milliardenverlust

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Wie es aussieht, ist die Idee von Stephen Elop und Steve Ballmer, die Mobilfunksparte von Nokia auszuschlachten und damit für MS-Windows als Mobiltelefonbetriebssystem einen Fuß in die Tür zu bekommen, nicht aufgegangen und wird jetzt gestoppt.
Für die durch Microsoft von Nokia übernommene Mobiltelefonsparte kündigte Microsoft-CEO Satya Nadella an, dass Milliarden abgeschrieben werden und dass bis zu 18000 Mitarbeiter entlassen werden sollen. Dies wird über die Hälfte der zu Microsoft gekommenen ehemaligen Nokia-Mitarbeiter betreffen und auch in anderen Teilen von Microsoft findet ein größerer Personalabbau statt. Auch Stephen Elop gehört übrigens zu den entlassenen Mitarbeitern.
Andererseits sieht es danach aus, dass Nokia wieder in die Mobiltelefon-Entwicklung einsteigen wird, zu dem Zeitpunkt, zu dem der mit Microsoft geschlossene Vertrag das erlaubt. Viele vermuten, dass irgendwann Jolla von Nokia übernommen werden könnte, wo viele ehemalige Nokia-Mitarbeiter gelandet sind und wo man für eine Nischenmarkt aussichtsreiche Ideen aufgegriffen und weiterentwickelt hat, die bei Nokia unter Stephen Elop abgebrochen wurden. Nokia wird sich als Nischenanbieter wahrscheinlich wieder einen kleinen Marktanteil sichern können, aber die Stellung als Marktführer, wie sie vor Elop bestand, oder auch nur als einer von vielen größeren Anbietern, wie sie vielleicht ohne Elop realistischerweise herausgekommen wäre, wird nicht wieder erreicht werden. Auch die eigene Produktion wird zugunsten einer Auslagerung an die üblichen ostasiatischen Elektronik-Fertiger kein Thema werden.
Problematisch bei solchen Fusionen oder Übernahmen von Abteilungen, ist dass sie oft nicht gut funktionieren, weil einerseits die Firmenkulturen verschieden sind und es so zu Reibungsverlusten kommt, die man sich in einem engen Markt nicht unbedingt leisten kann und andererseits ein Anbieter, der im Markt etabliert ist, nicht so einfach durch die übernehmende Firma ersetzt werden kann. Dafür muss man die Kunden erst einmal gewinnen und entsprechende Glaubwürdigkeit aufbauen.
Es hat ja solche Fälle gegeben, z.B. bei Kameraherstellern. Die Minolta Kamerasektion wurde von Sony übernommen und auch relativ bald aggressiv als Sony vermarktet. Sony hatte keine Glaubwürdigkeit für Kameras, außer natürlich für Video-Kameras, aber sie haben es sich mit interessanten Produkten und einer speziellen Nische erarbeitet. Für Spiegelreflexkameras hat Sony nicht den Namen wie Minolta, aber für kleine, leichte Digitalkameras, die zwischen Mobiltelefon und Spiegelreflexkamera positioniert sind, haben sie eine gute Stellung.
Pentax wurde von Ricoh übernommen, aber die Marke wird konsequent erhalten und gepflegt und noch als solche wahrgenommen. Auch da ist man nicht mehr Marktführer wie in den besten Zeiten, sondern ein stabiler Nischenanbieter, sofern man in diesem Markt so etwas überhaupt sagen kann.
Offensichtlich sind hier durch Missmanagement erst einmal viele Milliarden an Wert auf Seite von Nokia versenkt worden (und viele Mitarbeiter entlassen worden), dann ist aber die ganze Rechnung nicht aufgegangen und letztlich sind auf Microsofts Seite auch viele Milliarden versenkt worden, so viele, dass es auch in einer relativ großen Firma sichtbar und schmerzhaft ist. Steve Ballmer und Stephen Elop haben sich sicherlich ihren Ehrenplatz in der Liste der „Nieten in Nadelstreifen“ verdient.

Links:

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Chemnitzer Linuxtage

Es gibt diese Veranstaltung nun schon seit 16 Jahren und ich war noch nie da…
Aber es muss gut sein:

Chemnitzer Linuxtage 2015

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