Webseiten für Mobilgeräte

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Viele Webseiten werden heute für Desktop-Geräte mit einem bestimmten Bildschirmformat optimiert und man versucht vielleicht noch nachträglich eine gewisse Mobiltauglichkeit ranzuflicken.

Dabei wird schnell vergessen, dass das Anschauen der Webseite mit einem Mobiltelefon kein Nischenfall mehr ist, sondern häufig vorkommt. Manche Webseiten funktionieren gar nicht auf Mobiltelefonen, man kann es einfach aufgeben, sie zu verwenden. Manche sind extrem unhandlich. Vertikales Scrollen ist allgemein akzeptabel. Wir sind es gewohnt, es harmoniert aber auch mit unserem Lesestil. Wenn man horizontal scrollen muss, um eine Zeile zu lesen, muss der Inhalt schon extrem interessant sein, damit man nicht aufgibt.

Was ist zu beachten?
* Font mus groß genug sein, damit man es lesen kann. Ideal wäre, wenn man die Font-Größe in vielen Stufen verstellen könnte und die Webseite sich immer anpassen würde.
* horizontales Scrollen ist eventuell für große Bilder o.ä. noch akzeptabel, für Text aber nicht.
* Man braucht die ganze Breite des kleinen Displays zum lesen, Navigationsbereiche rechts oder links müssen sich verschieben oder ausblenden lassen.
* Es ist problematisch, wenn Bedienelemente zu nahe beieinander liegen, weil man mit dem Finger nicht so genau trifft wie mit der Maus. Der Finger ist zwar sehr genau, aber es fehlt das Feedback vor dem Anklicken, weil man nicht sieht, was unter dem Finger passiert.

Vielleicht gibt es noch mehr Punkte.

Nartürlich ist mehr Bildschirmfläche immer besser und man sollte auch das ausnutzen.
Aber wir wissen alle, dass es Beispiele von Webseiten gibt, die auf Mobiltelefonen super funktionieren.
Und solche die es nicht tun.

Heute wird die Webseite im Browser aufgebaut. Eigentlich kommt sie als HTML und die Browsereinstellungen liefern dann Schriftgröße, Formatierungspräferenzen u.s.w.
Das sind die typischen Webseiten aus den 90er Jahren, die alle etwa gleich aussahen, aber einigermaßen gut funktioniert haben.

Aber darauf entstand dann auch so etwas wie ein kaputtes Web. Webdesigner wollten sich verwirklichen und es wurde mit Tricks wie geschachtelten Tabellen, transparenten 1×1-Bildern, Frames, Formatierungsinformationen im HTML, (z.B. Font-Tags) gebastelt, was das Zeug hielt. Die berühmten Webseiten „best viewed with BrowserXYZ“ entstanden. Und das HTML war unlesbar und nur mit Tools wie Frontpage oder Dreamweaver o.ä. überhaupt bearbeitbar. Mit dem falschen Browser waren sie leer.

Oder Müll. Mit Javascript konnte man noch tollere Sachen machen. Und noch browserabhängiger.
Toll, vor allem für die Rechnungen, die der Webdesigner stellen konnte, war dann der Weg, einfach verschiedene Varianten der Webseite anzubieten, die für verschiedene Browser optimiert waren. All das ist genau das, was das Web nicht sein sollte und ich denke, dass die Grundideen Anfang der 90er Jahre durchaus valide waren und eine Weiterentwicklung verdienen.

Ein guter Schritt war es, CSS einzuführen. Damit wurde die Formatierung auf eine saubere Grundlage gestellt, weil man Formatierungsinformation strikt in CSS halten konnte und vom Inhalt trennen konnte. Natürlich müssen HTML und CSS zueinander passen, aber das HTML bleibt lesbar und kann auch mit einem normalen Texteditor noch bearbeitet werden und das CSS kann wiederverwendet werden. Dass es Weiterentwicklungen von CSS gab, z.B. Sass und SCSS. Das ändert nichts am Grundprinzip.

Eine weitere Änderung kam auf, weil vermehrt Webseiten dynamisch beim Aufruf auf dem Server generiert wurden. Ich denke, dass wir heute überwiegend auf solche Webseiten unterwegs sind. Google, Wikipedia, Youtube, Facebook, Online-Shops, Fahrplanauskunft, Kartendienste, E-Banking… Fast alles, was wir so im Web machen ist heute dynamisch generiert, oft auf dem Server. Dieser Blog-Artikel auch. Ich denke, dass heute zu viel dynamisch generiert wird, was eigentlich statisch sein könnte, aber das ist ein anderes Thema. Man konnte schon in der Frühzeit des Web mittels CGI dynamisch Webseiten generieren aber das war damals eher der Spezialfall für die Anwendungsfälle, wo das unbedingt nötig war.

Eine andere Klasse von Web-Applikationen benutzt heute JavaScript und z.B. Angular-JS und ist eine Wiederbelebung der klassischen Client-Server-Architektur. Manche sehen das als den Nachfolger der Server-generierten Webseiten an. Ich sehe eher für beide Ansätze eine Existenzberechtigung. Vieles, was wir heute nutzen können, wäre ohne Rich-JS-Clients gar nicht denkbar oder nur sehr umständlich nutzbar. Google-Docs, modernere Wiki-Editoren, Moderne Web-Mail-Clients, Chats, Twitter, Facebook u.s.w. nutzen dieses Prinzip. Es gibt aber viele Vorteile, Applikationen, die mit serverseitig generiertem HTML gut funktionieren, auch auf dieser Technologie aufzubauen. Auch das ist ein interessantes Thema für einen anderen Artikel….

Interessant ist jetzt, wie man die Mobilgeräte sinnvoll unterstützen kann.

Schon Ende der 90er Jahre hatte man die Lösung. WAP. Man schrieb die Seiten in WML statt HTML (wireless markup language). Das war in mehrfacher Hinsicht für Mobilgeräte optimiert: Die Seiten brauchten wenig Übertragungsvolumen in Zeiten, wo die Bandbreite für Mobiltelefone noch winzig war. Es ließ sich auf einem Mäusedisplay anzeigen. Und die Navigation war mit wenigen einfachen Tasten möglich, noch ohne Touchscreen. Der war damals noch nicht ausgereift oder preislich nicht in der Reichweite des Massenmarkts. Eine ideale Lösung für die damaligen Geräte.

Nur machte sich kaum einer die Mühe, seine Webseite noch ein zweites Mal für WAP anzubieten und aktuell zu halten.
Heutige serverseitig dynamisch generierten Webseiten könnten das vielleicht leisten. WordPress oder Media-Wiki oder Google könnten ihren Inhalt auch im Wap-Format herausgeben. Aber zu der Zeit waren statische Webseiten noch häufig und dynamische Webseiten waren noch sehr spezifisch auf ein bestimmtes Ausgabeformat hin ausgelegt.

Die Erlösung waren also dann die Super-Smartphones, die von Nokia und Ericsson verkauft wurden und die einfach „normale“ Webseiten konnten. Plötzlich war man nicht mehr in der Wap-Nische eingesperrt und hatte Zugriff auf alles. Und Webseiten konnten diese wenig geliebte Zweitvariante endgültig streichen, wenn sie sie überhaupt hatten.

Dieselben Webseiten funktionieren für Mobilgeräte, aber eben nur manchmal befriedigend. Aus den Gründen, die oben erwähnt wurden.

Wie kann man Webseiten universell anbieten?

1. Nun, man kann den Wap-Ansatz auch heute mit für Mobilgeräte optimiertem HTML verfolgen. Es gibt dann zwei Webseiten, http://www.xyz.com/ und http://m.xyz.com/. Wer fleißig ist, kann die beiden Varianten immer parallel pflegen. Fleiß ist aber an dieser Stelle eine Untugend. Es gibt aber auch Varianten für faule. Man schreibt die Webseiten in irgendeinem Format und hat Werkzeuge, die die m-Variante und die www-Variante aus derselben Quelle automatisch generieren. Das kann ein Skript sein, das man laufen lässt und das einmal lauter statische Seiten generiert, in beiden Varianten. Oder sie werden bei Abfrage dynamisch generiert. Solange man nicht zwei oder drei oder vier Varianten parallel pflegen muss, ist das akzeptabel.

2. Ein weiterer Weg ist es, statische HTML-Seiten zu haben und nur das CSS in zwei oder mehr Varianten anzubieten. Ich finde diesen Ansatz eleganter und bin überzeugt, dass er auf längere Sicht besser und mit weniger Aufwand funktioniert. Und es ist gemäß der HTML-Philosophie der „richtige“ Ansatz. Dies kann durch Abbilden von Varianten im CSS geschehen, aber auch dadurch, dass man CSS dynamisch passend zum Endgerät generiert. Vielleicht etwas zu originell für die Realität, wenn man CSS mit CGI generiert, aber statisches HTML hat. Aber warum nicht. In der Regel geht es auch, im CSS Bereiche für verschiedene Kategorien von Endgeräten zu definieren und das kann auch reichen.

3. Noch radikaler ist die Idee des Responsive Designs. Man hat idealerweise ein HTML und ein CSS und die sind so gemacht, dass sie für ein breites Spektrum an Fenstergrößen richtig und sinnvoll funktionieren. Ich finde das schöner als den zweiten Ansatz, weil die Vielzahl der Geräte so groß ist und die stufige Einteilung in Kategorien immer ungenau und manchmal falsch ist.

Elemente von Responsive Design sind einfach und für sich genommen schon nützlich:
* im Header-Bereich
* keine absoluten Größenangaben im CSS
* nur äußerst sparsam minimal- und maximal-Werte mit einem möglichst großen Bereich
* bei großen Bildern max-width: 100%; height: auto;
* bei großen Bildern von den Größenangaben im img-Tag, die man zur Optimierung des Rendering gelernt hat, wegkommen.

Es gibt noch mehr, was man tun kann. Wenn man es richtig gut machen will oder eine vorhandene Seite auf Responsive Design umbauen will, kann es schon aufwendig werden.

Wenn man ein CMS wie Joomla, Drupal, Typo3, WordPress o.ä. verwendet, sind diese Dinge „wegabstrahiert“. Es ist aber interessant zu schauen, ob das funktioniert oder ob man da etwas tun muss und was.

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Microsoft entlässt bis zu 18000 Mitarbeiter nach Milliardenverlust

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Wie es aussieht, ist die Idee von Stephen Elop und Steve Ballmer, die Mobilfunksparte von Nokia auszuschlachten und damit für MS-Windows als Mobiltelefonbetriebssystem einen Fuß in die Tür zu bekommen, nicht aufgegangen und wird jetzt gestoppt.
Für die durch Microsoft von Nokia übernommene Mobiltelefonsparte kündigte Microsoft-CEO Satya Nadella an, dass Milliarden abgeschrieben werden und dass bis zu 18000 Mitarbeiter entlassen werden sollen. Dies wird über die Hälfte der zu Microsoft gekommenen ehemaligen Nokia-Mitarbeiter betreffen und auch in anderen Teilen von Microsoft findet ein größerer Personalabbau statt. Auch Stephen Elop gehört übrigens zu den entlassenen Mitarbeitern.
Andererseits sieht es danach aus, dass Nokia wieder in die Mobiltelefon-Entwicklung einsteigen wird, zu dem Zeitpunkt, zu dem der mit Microsoft geschlossene Vertrag das erlaubt. Viele vermuten, dass irgendwann Jolla von Nokia übernommen werden könnte, wo viele ehemalige Nokia-Mitarbeiter gelandet sind und wo man für eine Nischenmarkt aussichtsreiche Ideen aufgegriffen und weiterentwickelt hat, die bei Nokia unter Stephen Elop abgebrochen wurden. Nokia wird sich als Nischenanbieter wahrscheinlich wieder einen kleinen Marktanteil sichern können, aber die Stellung als Marktführer, wie sie vor Elop bestand, oder auch nur als einer von vielen größeren Anbietern, wie sie vielleicht ohne Elop realistischerweise herausgekommen wäre, wird nicht wieder erreicht werden. Auch die eigene Produktion wird zugunsten einer Auslagerung an die üblichen ostasiatischen Elektronik-Fertiger kein Thema werden.
Problematisch bei solchen Fusionen oder Übernahmen von Abteilungen, ist dass sie oft nicht gut funktionieren, weil einerseits die Firmenkulturen verschieden sind und es so zu Reibungsverlusten kommt, die man sich in einem engen Markt nicht unbedingt leisten kann und andererseits ein Anbieter, der im Markt etabliert ist, nicht so einfach durch die übernehmende Firma ersetzt werden kann. Dafür muss man die Kunden erst einmal gewinnen und entsprechende Glaubwürdigkeit aufbauen.
Es hat ja solche Fälle gegeben, z.B. bei Kameraherstellern. Die Minolta Kamerasektion wurde von Sony übernommen und auch relativ bald aggressiv als Sony vermarktet. Sony hatte keine Glaubwürdigkeit für Kameras, außer natürlich für Video-Kameras, aber sie haben es sich mit interessanten Produkten und einer speziellen Nische erarbeitet. Für Spiegelreflexkameras hat Sony nicht den Namen wie Minolta, aber für kleine, leichte Digitalkameras, die zwischen Mobiltelefon und Spiegelreflexkamera positioniert sind, haben sie eine gute Stellung.
Pentax wurde von Ricoh übernommen, aber die Marke wird konsequent erhalten und gepflegt und noch als solche wahrgenommen. Auch da ist man nicht mehr Marktführer wie in den besten Zeiten, sondern ein stabiler Nischenanbieter, sofern man in diesem Markt so etwas überhaupt sagen kann.
Offensichtlich sind hier durch Missmanagement erst einmal viele Milliarden an Wert auf Seite von Nokia versenkt worden (und viele Mitarbeiter entlassen worden), dann ist aber die ganze Rechnung nicht aufgegangen und letztlich sind auf Microsofts Seite auch viele Milliarden versenkt worden, so viele, dass es auch in einer relativ großen Firma sichtbar und schmerzhaft ist. Steve Ballmer und Stephen Elop haben sich sicherlich ihren Ehrenplatz in der Liste der „Nieten in Nadelstreifen“ verdient.

Links:

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Jolla Mobiltelefon

Bekanntlich hat sich die Firma Nokia erst aus ihren eigenen Entwicklungen bezüglich Mobiltelefonsoftware und später auch aus dem zugehörigen Hardwaregeschäft zurückgezogen und erlaubt einer Nordamerikanischen Firma für eine gewisse Zeit, ihre Telefone mit „Nokia“ zu benennen, etwa so wie für die Autofans „Volvo“ auf Autos steht, die sicher nicht von der seit vielen Jahren auf ihr Kerngeschäft, nämlich Lkws, Baumaschinen und Busse, spezialisierten Firma Volvo hergestellt werden. Nun hat Nokia in den letzten Jahren viele gute Mitarbeiter verloren, die im Bereich der Mobiltelefonentwicklung tätig waren. Diese haben dann eine neue Firma, „Jolla“, gegründet. Bis hier ist das alles normal, oft gründen entlassene oder frustriert selber gegangene ehemalige Mitarbeiter eine Firma, mit der sie das machen wollen, was sie bei ihrem alten Arbeitgeber machen wollten, aber nicht durften. Manche von diesen Firmen sind dann sehr erfolgreich, aber gleich das ehemalige Kerngeschäft der einst größten und wichtigsten Firma Europas in so einer Startup-Firma neu aufzubauen ist schon recht ehrgeizig und man musste es immer mit einer gewissen Skepsis betrachten. Auch wenn Jolla dort eher ein Nischenanbieter und nicht mehr wie einst Nokia und danach bis heute Samsung Marktführer ist.

Nun ist aber Jolla seit einigen Monaten so weit und man kann die Telefone bestellen, bezahlen und mit ihnen sogar telefonieren. Ich habe mir so eines beschafft und die Grundfunktionen sind auch vorhanden und ganz brauchbar. Die Benutzeroberfläche ist etwas gewöhnungsbedürftig, was aber eher daran liegt, dass wir die Oberfläche von Android-Geräten gewohnt sind und hier einige Dinge im Detail etwas anders laufen. Typisch ist, dass es eine Art virtuellen Bildschirm gibt und dass man Applikationen verlässt, indem man vom rechten Rand kommend auf den Bildschirm streicht. Das ist besonders gut zu wissen für das „Tutorial“, das irgendwie immer wieder bei Starten des Gerätes hochkommt und für das man keine einfache Art findet, um es zu verlassen. Ein anderes häufiges Element sind Punktreihen oben links, die irgendwie eine Tiefe im Dialog angeben und mit denen man zurück zur nächst höheren Ebene kommt. Menüs bekommt man oft, indem man von oben in den Bildschirm hereinstreicht. Alles drei Dinge, die Android mit drei spezifischen Tasten gelöst hat.

Nun soll man Apps installieren können. Dafür sollen sowohl Android-Apps vom Google-Play-Store als auch native in C++ & Qt geschriebene Apps vom Jolla-Eigenen App-Store verfügbar sein. Mehr dazu kommt vielleicht, wenn ich damit Erfahrungen gesammelt habe. Da Jolla wie Android auf Linux basiert, wäre vielleicht ein xterm und die ganzen GNU-Tools und so etwas schön. Es sollte möglich sein. Für Android gibt es das auch, aber da muss man wohl alles in Java nochmal schreiben, um es in eine App zu bringen. Was ja passiert ist, man hat Apps mit den wichtigsten GNU-Tools oder zumindest gleichnamigen Java-Attrappen. Auf dem N900 war das alles einfach nativ dabei, weil es mit dem Maemo-Linux mitkam.

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Nokia schließt Verkauf der Mobiltelefonsparte an Microsoft ab

Mit Wirkung zum 25. April 2014 wird die Übernahme der (ehemaligen) Nokia-Mobiltelefonsparte durch Microsoft abgeschlossen.

Damit kommt eine merkwürdige Entwicklung zum Abschluss, die unabhängig von der juristischen Fragestellung sehr nach Korruption oder zumindest dubiosen Geschäften aussieht, weil der ehemalige Nokia-CEO recht offensichtlich mehr die Interessen seines ehemaligen Arbeitgebers Microsoft als seines dann aktuellen Arbeitgebers Nokia vertreten hat. Unter Elop (und nicht davor) ist Nokia vom Marktführer bei Smartphones zu einem Nischenanbieter geworden. Das mag sich mit den Symbian-Geräten abgezeichnet haben, aber es hätte plausible Ansätze gegeben, zumindest in der Spitzengruppe zu bleiben, wenn Meego oder Android als System eingesetzt worden wäre. Nun hat Samsung die Spitzenposition übernommen, die Nokia einst hatte. Apple war weltweit nie die Nummer eins und wird es wohl auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nie werden. In einzelnen Märkten, z.B. in der Schweiz, haben sie aber immer noch große Marktanteile.

Und die innovativsten ehemaligen Nokia-Mitarbeiter haben eine neue Firma Jolla gegründet, die an Nokias innovativere Zeiten anzuknüpfen versucht, und vielversprechende Produkte anbietet. Wenn Jolla sich langfristig als Nischenanbieter etablieren kann, ist das sicher ein Erfolg und eine Bereicherung für den Markt.

Microsoft will die neue Abteilung unter dem Namen „Microsoft Mobile Oy“ betreiben. Sie haben die Rechte erworben, den Namen „Nokia“ und die Social-Media-Auftritte von Nokia für eine gewisse Zeit zu verwenden. Das ist nicht ungewöhnlich bei Übernahmen. Z.B. stellt die Firma Volvo seit 1999 keine Autos mehr her, aber sie haben die entsprechenden Aktivitäten verkauft und der aktuelle Besitzer kann auch nach 15 Jahren noch die Marke verwenden. Bei Nokia/Microsoft wird das aber nur für wenige Jahre möglich sein, außer die Verträge werden für entsprechende Zahlungen verlängert.

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iO hat zusätzliche Services

iO der Swisscom bietet jetzt die Möglichkeit, abhängig vom zugrundeliegenden Abo zusätzliche Möglichkeiten für jeweils einen Monat dazuzukaufen. Damit kann man aus der iO-App Nummern in der Schweiz oder mit dem passenden zugrundeliegenden Abo sogar Nummern aus bestimmten Ländenr in Europa und Nordamerika. Für diejenigen, die im Urlaub WLAN auf dem Zeltplatz oder Hotel zur Verfügung haben, kann das nützlich sein und Roaminggebühren sparen.

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Nokia steigt aus dem Mobiltelefongeschäft aus

Der Ausstieg fand eigentlich schon statt, als S. Elop dort die Leitung übernommen hat und den Marktanteil bei Smartphones innerhalb weniger Monate von etwa 50% auf knapp 3% reduziert hat.

Hier ein ein interessanter Artikel zu dem Thema:

Tech More: Microsoft Nokia Some People In The Finnish Tech Industry Are Pretty Upset About The Microsoft-Nokia Deal

Hier noch ein Beitrag, der am Erfolg des Deals für Microsoft zweifelt:

CIO.de

Wie es aussieht, werden sich einige neue Firmen in Finnland etablieren, die davon profitieren, dass viele hochqualifizierte Mitarbeiter bei Nokia entlassen wurden oder der Firma den Rücken gekehrt haben oder es jetzt tun werden. Mit Jolla gibt es sogar wieder einen kleinen, aber vielversprechenden Mobiltelefonhersteller.

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iO

Niemand liest Zeitungen wie „Blick“ und „Bild“, aber jeder weiß was drinsteht. Jedenfalls wenn man die Titelseite überall rumliegen sieht. Mal ein interessantes Informatik-Projekt, das dort auf die erste Seite geschafft hat, auch wenn es nur eine Zeitung ist, die niemand liest. Warum braucht man noch ein weiteres Skype oder Whatsapp? Das muß die Swisscom wohl selber wissen, aber nach PRSIM ist ein System, das von einer Schweizer Firma betrieben wird, einfach vertrauenswürdiger als eines von einer amerikanischen Firma.

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Dockingstation für Mobiltelefone

So eine Dockingstation für Mobiltelefone wäre nicht schlecht. Heutige Smartphones haben eine Rechenleistung, die mit einem Laptop von vor ein paar Jahren durchaus mithalten kann. Warum sollte man also überhaupt noch einen Laptop oder einen Desktop-Rechner kaufen? Könnte man nicht einen Dockingstation mit externer Tastatur, Maus, Bildschirm und eventuell USB-Festplatte haben und dann bräuchte man ein Gerät weniger bezahlen, unterhalten und irgendwann entsorgen?

Wie es scheint, haben auch andere diese Idee gehabt und es gibt so etwas von Samsung.

Hier stellt sich aber jetzt auch die Frage nach dem Mobiltelefon-Betriebssystem neu. Diejenigen, die konsequent Mobiltelefon- und Desktop-Betriebssystem voneinander getrennt entwickelt haben, wie z.B. Apple mit IOS und Mac OS X sind im Nachteil, weil ein IOS einfach nicht als Desktopsystem ausreicht. Android ist sicher schon besser geeignet für diesen Einsatzzweck, aber hier können Mobiltelefon-Betriebssysteme, die näher an gängigen Linux-Distributionen sind, wie z.B. Sailfish OS, Tizen oder Ubuntu Touch punkten.

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Jolla will noch dieses Jahr Mobiltelefone mit SailfishOS bringen

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Mobiltelefon-Betriebssysteme

Heutige Mobiltelefone sind meisten kleine Computer, die abgesehen von den Bedienelementen und der Anzeige etwa dem Stand eines Laptop- oder Desktopcomputers von vor 10 Jahren entsprechen. Das trifft für die sogenannten Smartphones zu, aber wohl auch für einen Teil der nicht als Smartphone bezeichneten Geräte. Witzigerweise gibt es sogar dieselben drei Betriebssysteme, die wir auf Desktoprechnern heute häufig finden, jeweils in Varianten für Mobiltelefone, wobei Linux bei den Mobiltelefonen in Form von Android klar dominiert, was beim Destop ja erst für 2014 erreicht werden könnte ;-), während das MS-Windows-Phone im Gegensatz zu seinem großen Bruder auf dem Desktop eher eine Randerscheinung ist.

Nokia war Anfang 2011 mit Symbian Marktführer und hatte mit Maemo und Meego aussichtsreiche Systeme in der Entwicklung, um diesen Stand zu halten, hat sich aber selbst abgeschossen bzw. ist vom Management versenkt worden und jetzt nur noch ein unbedeutender Nischenanbieter für diejenigen, die gerne ein MS-Windows-Mobiltelefon haben wollen und dieses nicht von einem der ostasiatischen Anbieter kaufen. Die Entwicklungsabteilungen sind 2011 weitgehend abgewickelt worden, aber vielleicht ist das auch eine Chance für innovative Startup-Firmen, die in Finnland und anderen ehemaligen Nokia-Standorten sehr gute Entwickler für Mobiltelefone und Mobiltelefonsoftware finden können. Eine solche Startup-Firma ist Jolla, die das ehrgezeige Ziel verfolgen, mit einem kleinen Teil der ehemaligen Nokia-Entwickler an die Tradition dieser Firma anzuknüpfen und die besten Mobiltelefone zu bauen. Ob das ein Erfolg wird, werden wir sehen, es ist sicher noch zu früh, darüber etwas zu sagen. Und was die besten Telefone sind, darauf gehe ich weiter unten noch kurz ein.

Blackberry (bzw. damals als Firma noch RIM) hatte für ein Marktsegment ein gutes Telefon mit einem Gesamtkonzept angeboten und für den Zweck, EMails zu schreiben, sind diese Geräte mit einer echten Tastatur wohl immer noch den reinen Touch-Screen-Geräten von Samung, HTC und Apple überlegen, aber ihr Marktanteil ist trotzdem zurückgegangen. Waren „Coolness“ und „Mode“ und die bessere Spielesammlung wichtiger als ein zweckmäßiges Arbeitsgerät? Oder reicht es in der Regel, die Mails unterwegs lesen zu können? Wir werden sehen, ob die neuen Blackberry-Geräte nach dem „Relaunch“ diesen Trend aufhalten können.

Android ist sicher im Moment mit großem Vorsprung Marktführer, was Apple mit iOS trotz Hype nie war und wahrscheinlich auch nicht mehr werden wird, weil sie ihren Zenit schon überschritten haben und jetzt auf dem absteigenden Ast sind. Wir werden in ein paar Jahren sehen, ob Apple es schafft, sich als Nischenanbieter zu stabilisieren. Man weiß nicht, was die Zukunft bringt, aber es läßt sich doch heute erkennen, daß Leute, die Android und iOS-Telefone (oder sagen wir Samung- und Apple-Geräte?) kennengelernt haben, meistens die Android-Geräte präferieren. Den „Coolness“-Faktor haben heute selbst in der sehr Apple-orientierten Schweiz eher die Top-Android-Geräte. Da nun das Apples Geschäftsmodell mit dem App- und Musikstore sehr auf einen Massenmarkt fixiert ist, wird es spannend, wie es sich auswirken wird, wenn der Rückgang nicht nur in Marktanteilprozenten, sondern auch in absoluten Zahlen spürbar wird. Aber es ist ja gut, daß wir eine gewisse Vielfalt und damit einen Wettbewerb der Systeme haben.

Auf der Linux-Seite gibt es übrigens noch andere Systeme außer Android, die interessant werden können. Fast zu viele, könnte man sagen. Maemo ist auf dem Nokia N900 eingesetzt worden, mir sind aber keine zukünftigen Mobiltelefon-Projekte bekannt, die Maemo verwenden wollen. Meego war ein gemeinsames Projekt von Nokia und Intel, das auf dem N9 zum Zuge kam und für das es gerüchteweise Entwicklungen bei Nokia gab, um recht „kleine“ Smartphone zu bauen, die relativ wenig kosten, wenig Strom verbrauchen oder nicht so schwer und groß im Gepäck sind, aber diese Entwicklungen sind alle eingestellt worden, bevor die ersten Geräte damit erschienen sind, deshalb werden es wohl Gerüchte bleiben. Meego selbst wird wohl von keinem großen Anbieter mehr verfolgt, aber daraus sind Tizen, das Samsung in Zukunft verstärkt einsetzen möchte, und Sailfish von Jolla entstanden. Nun gibt es noch ein Ubuntu-Derivat für Mobiltelefone, Ubuntu Mobile, FirefoxOS und vielleicht noch WebOS. Eine schöne Sammlung an Systemen und wer noch ein altes Zweit-Smartphone hat, kann vielleicht sogar ein paar von diesen Systemen ausprobieren. Vielleicht mache ich das selber auch einmal, dann wird es hier Erfahrungsberichte gbeben…

Da die allermeisten Anwender, zu denen ich mich auch zähle, das Betriebssystem nutzen, das mit dem Telefon ausgeliefert wird, ist die Frage also auch, was die Gerätehersteller so anbieten werden. Vielleicht wird es aber auch wie bei Desktop- und Laptop-Computer Angebote geben, die nur die reine Hardware verkaufen und dem Benutzer die Wahl lassen, welches der Systeme darauf installiert wird? Wenn sich für die Entwicklung von Mobiltelefonapplikationen HTML5 weitgehend durchsetzt, wird es auch kein Nachteil mehr sein, eine seltene Plattform zu haben. Zumindest von Sailfish weiß ich aber auch, daß sie auch die Möglichkeit vorsehen, Android-Apps zu installieren und auszuführen, was vielleicht nicht so schwierig ist, da ja beides Linux-basierte Systeme sind, allerdings ist die Grafikschicht wohl sehr verschieden, was doch noch eine größere Hürde sein könnte. Interessant ist noch, daß der Linux-Kernel bei diesen Systeme praktisch derselbe Linux-Kernel ist, der auch auf größeren Systemen bis zu den größten Supercomputern läuft, abgesehen von kleineren Unterschieden bedingt durch die Prozessorarchitektur und die Versionsnummern. Wie es bei iOS und MS-Windows-Phone ist, ob diese Systeme viele Gemeinsamkeiten mit ihren großen Brüdern MacOS X und MS-Windows haben oder nur kleine Teile gemeinsam nutzen und einfach gemeinsam vermarktet werden, weiß ich nicht.

Welches System ist nun das beste? Ich denke, daß das jeder selber entscheiden möchte. Die Grundfunktionen, die man eigentlich braucht, können alle. Das sind gar nicht viele:

  • Telefonieren
  • SMS (ja, dafür gibt es Flatrates)
  • Licht, um ein Schild zu lesen oder ein Zahlenschloß zu öffnen oder so
  • Fotografieren (ja, da gibt es Unterschiede, Nokia soll mit dem am besten gewesen sein)
  • Musik hören
  • EMails lesen und schreiben (beim Schreiben sind Geräte mit physikalischer Tastatur wie Blackberry oder N900 im Vorteil)
  • Webseiten lesen, Webapplikationen verwenden (das können alle)
  • Landkarten und Navigation (da ist Android gut, Nokia war noch etwas besser und Apple will und wird das auch irgendwann einmal können)
  • Kalender
  • Uhr
  • Wecker

Und natürlich braucht man noch sehr viele Apps, was ich auf dem N900 auch habe, obwohl das ein eher seltenes System ist. Ja, einige Apps sind schon schön zu haben, wie zum Beispiel die SBB-App oder das Äquivalent von der deutschen Bahn, die man nur für Android und iOS bekommt, aber dort helfen auch die entsprechenden Web-Applikationen ganz gut weiter. Aber wenn man die Unmengen an Apps anschaut und diejenigen, deren Funktion sich gut durch vorhandene Webapplikationen ersetzen läßt oder die nicht wirklich viel bringen, aussortiert, bleiben sicher ein paar interessante Apps übrig, die man vielleicht sogar in die obige Liste hinzufügen möchte. Man kann sich noch überlegen, ob man Freude daran hat, Firmen zu unterstützen, die durch exzessive Patentklagen auf sich aufmerksam machen, zum Teil mit Trivialpatenten, wie man sie nur in den Vereinigten Staaten bekommen kann. Oder Firmen, die bei Einkäufen mit dem Mobiltelefon, die mit einer App getätigt werden, 30% vom Umsatz einsammeln, was mehr als Wucher ist. Ich denke, daß man ähnlich wie man in der EU einem großen Betriebsystemanbieter das Bundling von OS und Browser eingeschränkt hat, auch den Herstellern von Mobiltelefonen und Mobiltelefonbetriebsystemen abverlangen könnte, daß sie es dem Anwender ermöglichen, einen anderen App-Store und einen anderen Musik-Store zu verwenden als den vom Systemanbieter betriebenen.

Letztlich ist es wie bei Kleidung überwiegend eine subjektive Entscheidung, welches Mobiltelefon und welches zugehörige Betriebssystem man bevorzugt und deshalb auch schwierig, darüber zu diskutieren, welches besser ist. Welche Kleidung wird primär mit technischen Eigenschaften wie z.B. der Reißfestigkeit verkauft?

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